trauer braucht raum - auch im berufsalltag

 

eine qualitative studie zum einfluss formeller und informeller unterstützungsangebote auf die trauer von pflegefachpersonen schweizer intensivstationen

 
 
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pflegefachpersonen auf intensivstationen sind täglich mit dem tod konfrontiert. studien zeigen, dass dies trauer bei pflegefachpersonen auslösen kann, die oft unerkannt bleibt und das psychische wohlbefinden beeinträchtigt. unsere studie untersucht einflussfaktoren auf die trauerintensit.t von pflegefachpersonen, mit fokus auf die wirkung formeller unterstützungsangebote (z. B supervision) und informeller unterstützungsangebote (z. b kollegialer austausch) sowie den einfluss von quantitativen arbeitsanforderungen. in unserer quantitativen querschnittsstudie befragten wir pflegefachpersonen (n = 204, M alter = 40.64, SD = 11) aus 22 schweizer intensivstationen mittels onlinefragebogen. zur erfassung der trauerintensit.t wurde die grief traits and state scale for nurses (gssn) verwendet, für die quantitativen arbeitsanforderungen eine subskala des copenhagen psychosocial questionnaire (copsoq III). die daten werteten wir mittels regressions-und moderationsanalysen aus. quantitative anforderungen sagten (R2 = 2.06, p < .001) die trauerintensit.t signifikant positiv vorher. überraschenderweise sagte die nutzung informeller unterstützungsangebote die trauerintensität ebenfalls signifikant positiv vorher (β = .37, p < .001). eine mögliche erklärung ist, dass pflegefachpersonen solche angebote besonders dann nutzen, wenn sie bereits eine intensivere trauer erleben. die höhere trauerintensität wäre somit nicht folge, sondern ausöser der inanspruchnahme. dies deutet darauf hin, dass informelle unterstützung weniger zur unmittelbaren entlastung beiträgt, dafür aber eine wichtige rolle im umgang mit trauer spielen kann. spitäler sollten rahmenbedingungen schaffen, die kollegialen austausch ermöglichen. dies nicht um trauer zu reduzieren, sondern um deren bewusste auseinandersetzung zu unterstützen. zukünftige forschung sollte untersuchen, unter welchen bedingungen informelle unterstützung tatsächlich entlastend wirkt und wie entsprechende strukturen wirksam und nachhaltig in den berufsalltag integriert werden können.

schlüsselwörter: trauer, intensivstation, unterstützung, pflegefachpersonen, arbeitsanforderungen

 
 

auf anfrage zustellbar

 

zweierarbeit mit céline keller
referentin ariane vetter, msc

bachelor arbeit, zhaw
mai 25